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 Daydreams

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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Okt 23, 2008 3:00 am




Kapitel 11:
Die Diskussion mit Sam liegt jetzt ein paar Tage zurück. Und seit diesem Zeitpunkt spricht er nicht mehr mit mir. Maja bemüht sich die Kälte und den Abstand zwischen uns zu lösen, doch sie schafft es nicht. Auch mir scheint die Kraft immer mehr auszugehen. Jeden Tag aufs neue aufzustehen, die Kinder in den Kindergarten zu bringen und in die Arbeit zu gehen, ist ein Kampf. Terry hat mich schon ein paar Mal angesprochen, was denn los sei und dass sie sich Sorgen um mich mache. Und auch Keith sieht mich immer wieder mit diesem bestimmten Blick an.
Doch was soll ich den Beiden sagen? Dass mein Sohn mich hasst, weil ich ihm seinen Vater vorenthalten habe? Dass ich die Böse bin, weil ich ihn und mich schützen wollte?
Jeden Abend wenn die beiden Kleinen im Bett sind, vergieße ich Tränen. Lautlos, stumm und ganz für mich allein. Des öfteren passiert es auch in den letzten Tagen, dass ich mir dass Babyalbum von Sam ansehe. Und dass Album meiner Jugend.
Viele Fotos darin, erzählen ihre eigene Geschichte. Meine Geschichte. Wie ich aufgewachsen bin, wer meine Freunde waren, und was ich alles erlebt habe.

Und so sitze ich auch jetzt, an einem Samstag Abend alleine zu Hause, Sam und Maja sind bereits im Bett, und sehe mir das Album an. Mein Blick fällt auf ein Foto meiner Eltern. Wieder sammeln sich Tränen in meinen Augen. Wie lange ist es her, dass sie ihre Enkelkinder gesehen haben? Um ehrlich zu sein... ich weiß es nicht. Und so beschließe ich meine Kinder für ein paar Tagen zu ihnen zu bringen. Es wird ihnen gut tun. Beiden Seiten. Etwas Ablenkung, Spaß und neues Kennenlernen. Ich bin mir sicher Maja wird sich freuen. Und ich hoffe dass auch Sam wieder etwas auftaut.
Ich greife zum Telefon und wähle die Nummer meines Elternhauses. Es klingelt. Nach dem dritten, oder vierten Mal klingeln hebt meine Mutter ab. "Hallo?", fragt sie zum Wiederholten Mal da ich noch immer nichts gesagt habe. "Hey, hier ist Mary.", antworte ich zaghaft. "Mary?", hakt meine Mutter flüsternd nach. "Wie gehts es dir Schätzchen?" "Dass ist im Moment unwichtig. Könnt ihr Sam und Maja für eine Weile zu euch nehmen? Ich muss hier so einiges erledigen und die beiden Kleinen würden sich sehr freuen mal wieder zu euch zu können.", antworte ich und warte gespannt auf eine Antwort. "Na klar können wir die Beiden nehmen. Bringst du sie morgen, oder sollen wir sie abholen?" "Ich bringe sie euch vorbei.", sage ich und füge ein leises "Danke.", hinzu. Eine Träne bahnt sich ihren Weg über meine Wange. "Bis dann." Wir verabschieden uns und ich lege auf.
Innerlich nun etwas ruhiger geworden lege ich mich auf die Couch, rolle mich zusammen und decke mich zu.
Es dauert nicht lange und ich bin eingeschlafen.

Fortsetzung folgt...


Zuletzt von Survivor am Do Okt 23, 2008 4:05 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Kemijoki
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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Okt 23, 2008 8:38 am

Also ich find die Teile echt gut!
Sams Verhalten - ich kann ihn mir bildlich vorstellen, wie er im Auto sitzt, beim Essen und dann auch anschließend die Szenen im Kinderzimmer! Sehr toll geschrieben!
Bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird Smile Schön finde ich ja, dass die Großeltern mit ins Spiel kommen Smile
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mo Okt 27, 2008 7:54 pm

Danke Kemi für dein liebes FB! Smile
Ich muss gestehen... ich vergöttere Sam. Ihn zu schreiben ist... Wahnsinn! Als gäbe es ihn wirklich und er würde gerade neben mir stehen und mir über die Schulter sehen beim schreiben... (okay, jetzt erkläre ich mich langsam selbst für verrückt.. Wink)

So, hier kommt der nächste Teil:




Kapitel 12
Am nächsten Tag weckt mich Maja indem sie zu mir unter die Decke kriecht. "Mami?", fragt sie und hebt die Decke leicht an. "Hm?", brumme ich darunter hervor und ziehe sie an mich. "Maamii, hör auf damit!", kreischt meine Tochter kichernd und zappelt wie wild. "Was ist denn los?", frage ich während ich sie über meinen Kopf ziehe, mich aufsetze und sie anschließend durchkitzle. "Aufhören!", brüllt Maja und lacht. "Wieso sollte ich?", entgegne ich lächelnd und kitzle sie noch ein wenig weiter. Doch bald habe auch ich genug von der Balgerei und wir beschließen aufzustehen. Gemeinsam gehen wir ins Kinderzimmer. Suchend schweift mein Blick von Maja's Bett zu dem meines Sohnes. Doch er liegt nicht darin.
Mein Blick wandert weiter und entdeckt ihn am Schreibtisch sitzend, mir den Rücken zugekehrt.
(Was er wohl macht?), frage ich mich und mache einen Schritt auf ihn zu. Doch der kleine Wirbelwind, welcher eben noch an meiner Hand gegangen ist, rauscht schon an mir vorbei und zu ihrem Bruder hin. "Sam, Sam was machst du denn da?", fragt sie fröhlich und hüpft aufgeregt am Schreibtisch hoch da sie nicht auf die Platte sieht. "Geh weg!", antwortet dieser mürrisch. Maja stoppt das Herumhüpfen und sieht mich etwas hilflos an. Doch, was soll ich denn sagen? Wenn ich Sam jetzt ermahne, so nicht mit seiner Schwester zu reden, spricht er vielleicht nie wieder ein Wort mit mir. Und wenn ich jetzt nicht zu Maja helfe denkt Sam vielleicht er könne immer so mit seiner kleinen Schwester umgehen. Also gehe ich nicht darauf ein und sage zu beiden "So, ich hab gestern mit eurer Großmutter telefoniert. Sie würde euch gern wiedersehen. Habt ihr Lust für ein paar Tage zu ihr zu fahren?", frage ich und schon klammert sich mir eine jubelnde Maja ans Bein. "Omaa!", ruft sie erfreut und läuft gleich darauf los. Sie packt ein paar Spielsachen in ihren Rucksack und ihr Lieblingskuscheltier. Dann krabbelt sie unters Bett und zieht eine große Tasche darunter hervor. "Hilfst du mir packen Mama?", fragt sie und wischt sich die Haare, welche ihr ins Gesicht gefallen sind, zur Seite. "Klar. Sam, packst du bitte auch ein paar Dinge ein?", frage ich ihn, aber er rührt sich nicht. Also beginne ich mit Maja genug Kleidung für eine Woche in die Tasche zu legen. Man weiß ja nie, und Kinder machen sich immer schmutzig. Auch für Sam packe ich Kleidung ein. Schließlich sind wir fertig und Maja steht voller Vorfreude, fertig angezogen, neben der Tasche im Flur. Nun kommt Sam angeschlichen und zerrt lustlos seinen Rucksack mit sich. "Ich will aber zu Opa.", bringt er nun leise hervor und sieht mich an. "Ich denke dass lässt sich machen.", antworte ich ebenso leise. Ich nehme die Tasche, in welcher sich die Anziehsachen für die Kinder befinden, und stecke den Schlüssel ins Türschloss. Maja und Sam gehen vor mir auf den Flur, ich folge ihnen. Hinter mir sperre ich die Tür zu und wir gehen die Treppe hinunter zum Auto. Die Kinder setzen sich hinein, ich verstaue das Gepäck und schnalle die Beiden an.
Ein wenig später parke ich Keith's Wagen aus und fahre Richtung Elternhaus. Mit kurzen Zwischenstop bei der Tankstelle.

Während der Fahrt starrt Sam wieder aus dem Fenster. (Woran er wohl denkt? Ich wüsste gerne was ihn so sehr beschäftigt. Es kann doch nicht noch immer die Vater-Geschichte sein oder? Aber.. was wenn doch? Ich kann es ihm nicht erzählen... noch ist er zu klein. Er würde es nicht verstehen... und.. erst recht nie wieder mit mir sprechen..) Meine Gedanken wandern zu den nächsten Tagen meiner Kinder. Meine Mutter und mein Vater leben seit ich 18 bin getrennt. Und seit Sam und Maja auf der Welt sind ist die "Aufteilung" ganz klar. Sam und mein Dad sowie Maja und meine Mutter unternehmen etwas miteinander wenn meine Kinder bei meinen Eltern sind. Doch.. irgedwie bin ich auch froh über diese Einteilung. So hat mein Vater endlich einen Jungen, mit dem er spielen kann, dem er alles mögliche beibringen kann usw. Und meine Mutter erfreut sich an dem kleinen Energiebündel namens Maja. Was mich jedoch immer wieder erstaunt ist, wie erholt, zufrieden und beruhigt meine Kinder sind wenn ich sie von ihren Großeltern abhole. Das hält dann einige Tage, Wochen oder Monate, bis sie das nächste Mal wieder bei ihnen sind. Also muss es wohl doch etwas gutes haben dass meine Eltern sich getrennt haben. Auch wenn es für mich und meine Schwestern damals nicht so aussah. Wir wuchsen die restlichen Jahre getrennt auf. Und deshalb bin ich auch froh, dass ich alleinerziehende Mutter bin. So werde ich meine Kinder nie trennen müssen. Denn dass wäre das schlimmste was ich ihnen, meiner Meinung nach, antun könnte.

Es ist totenstill im Auto. Nicht einmal Maja sagt etwas, denn sie ist eingeschlafen. Um mich nicht ganz so verloren zu fühlen und etwas von dem Ansturm meiner Gedanken abzulenken, stelle ich das Radio an. Als ich mich etwas runterbeuge und an dem Senderegler herumfingere, da ein rauschendes Geräusch im Hintergrund ist, und einen moment nicht auf die Straße achte gibt es plötzlich einen lauten Knall. Und ohne dass ich es verhindern kann, gerät das Auto ins schleudern...

Fortsetzung folgt...
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Okt 29, 2008 12:37 pm

Ich finde die Fortsetzung echt gut! Die ganzen inneren Gedanken der Mutter, die allgemeine Situation. Man kann sich so richtig vorstellen, wie das Leben der 3 aussieht!
Und das Auto gerät ins Schleudern affraid Hilfe, hoffentlich nicht allezu schlimm *aufgeregt und besorgt bin*

Bitte schnell weiterschreiben Very Happy

Achja, im mag Sam total, weil er so eine verletzliche Persönlichkeit ist und einfach so sensibel. Glaube gerne, dass du ihn vergötterst!
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Okt 29, 2008 5:20 pm

Ah, wieder so eine gemeine Stelle, um das Kapitel enden zu lasen Twisted Evil ;-)

Ich bin auch ein totaler Fan von Sam Very Happy Man vergisst schnell, dass er wirklich erst 5 Jahre alt ist.

Ich kann Kemi nur zustimmen: Bitte schnell weiterschreiben

bounce
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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Okt 30, 2008 6:09 pm

Danke ihr zwei für das liebe FB! Smile

@ Kemijoki: Man soll sich ja auch vorstellen können wie das Leben der 3 aussieht Smile Dass war zumindest mein Plan, schön dass er aufgegangen zu sein scheint. Und ich werd mich bemühen mir nicht zu lange Zeit mit dem Schreiben zu lassen. Very Happy

@ TessandNick: Ja, ich weiß es ist fies, aber es ergab sich so Very Happy Freut mich dass dir Sam gefällt, ich bin auch ganz hin und weg von ihm. Und auch hier muss ich sagen dass ich mich bemühen werde. Nur, etwas Gutes braucht auch seine Zeit und ich hab nicht vor euch hier irgendwas zu servieren Smile

Soo, und hier kommt der nächste Teil... viel Spaß beim Lesen!



Kapitel 13
Meine Hände beginnen zu zittern. Ich kann es nicht. Ich schaffe es nicht das Auto zum Stehen zu bringen.
(Sam und Maja!), jagt mir ein Gedanken durch den Kopf. Erst jetzt scheine ich meine Umgebung richtig wahrzunehmen. Im Hintergrund höre ich Maja weinen und schreien, dass ich damit aufhören soll. "Ich versuchs mein Schatz! Halte dich gut fest!", versuche ich sie zu beruhigen. Ich scheine wohl für kurze Zeit wie erstarrt gewesen zu sein. Denn wie könnte ich sonst das Gebrüll meiner Tochter überhört haben? Wieder einmal wundere ich mich über ihr wirklich großes Lungenvolumen. Doch dann schüttle ich den Kopf. (Worüber denke ich da eigentlich nach?), frage ich mich selbst und sehe kurz auf meine Hände.
Meine Stimme ist alles andere als beruhigend. Zumindest scheint es so. Denn es sieht so aus als hätte sie die gegenteilige Wirkung. Maja weint noch verzweifelter und lauter. Oder kommt es mir nur so vor? Nein, sie hat wirklich große Angst. Und ich kann ihr nicht helfen! Ich kann das Lenkrad nicht loslassen. Auch wenn ich es wollte. Und außerdem bin ich wie festgefroren. Weder meine Beine, noch meine Arme lassen sich bewegen. Als hätte mein Gehirn beschlossen mir jegliche Hilfeleistung zu verweigern. Ergeben schließe ich die Augen und warte auf den Aufprall.

Doch dieser kommt nicht. Sekunden um Sekunden lasse ich die Augen geschlossen, meine Hände umklammern weiter das Lenkrad und mit einem Fuß trete ich das Bremspedal fast durch. Weiter und weiter dreht sich der Wagen. Nun öffne ich die Augen wieder und sehe die Landschaft vor mir. Naja, eher mehr die verschwommenen Grün- und Braunlinien der Bäume.
Mit jeder Umdrehung, die das Auto macht, steigt mein Puls. Meine Gedanken rasen, meine Hände zittern und die Angst steigt ebenfalls. (Wieso habe ich ihm nie gesagt wie sehr ich ihn liebe? Wieso habe ich ihn einfach gehen lassen? Und wieso verweigere ich meinem Sohn das Wissen wer sein Vater ist? Bin ich eine so verbitterte Frau geworden, dass ich den Schmerz nicht auf mich nehmen kann, seinen Vater wiederzusehen? Er wäre glücklich, hätte endlich einen Vater. War es wirklich das Beste ihn damals gehen zu lassen? Ihm nichts von dem Baby zu sagen das da in mir heranwuchs? Zu glauben, er würde irgendwann zu mir zurückkommen?)
Tränen steigen auf und überschwemmen die Sicht meiner Augen. (Als er in die Kirche gekommen ist... ich dachte ..ich würde ihn nie wiedersehen! Und dann.. steht er mir gegenüber! Ich dachte immer ich hätte den Schmerz endlich überwunden... doch es war als hätte er sich nur in eine Ecke meines Herzens verzogen um mit geballter Macht wieder hervorzutreten... wieso war er bloß wieder hier? Und wieso konnte er mich noch immer so verwirren? So dermaßen aus der Bahn werfen? Mein Herz zum stehenbleiben, aber gleichzeitig auch zum rasen bringen?)
Eine Träne löst sich langsam aus meinem Augenwinkel, bahnt sich den Weg über die Wange. Dieser einzelnen Träne folgen noch viele. Doch diese nehme ich gar nicht mehr wahr.

Mir kommt es vor als würden Stunden vergehen. Das Lenkrad blockiert und ich kann nichts tun. In Wahrheit vergehen jedoch nur Sekunden bis zum Aufprall. Ich spüre wie meine Beine etwas eingezwängt werden, fühle einen stechenden Scherz in der Hüfte, höre meine Kinder schreien. Erst jetzt bemerke ich dass Sam mich die ganze Zeit durch den Rückspiegel ansieht. Mit vor Angst geweiteten Augen, seinen Händen, welche sich in den Griff der Autotür und seinen Gurt gekrallt haben, zeigt er mir Still seine Panik. Und diese scheint genauso groß zu sein wie meine eigene. Mit Tränengetränkten Augen sehe ich ihn an und forme lautlos ein "Ich hab dich lieb". Sam blickt mich weiter an und ich gebe die Hoffnung auf eine Antwort schon fast auf, da formen auch seine Lippen diese Worte.
Nun richte ich meinen Blick wieder starr geradeaus, sehe etwas mit wahnsinnig schneller Geschwindigkeit auf mich zukommen und dann - nichts mehr.
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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Okt 30, 2008 8:22 pm

woohow...ich muss erstmal kurz luftholen...ich bin sprachlos...

Zitat :
Mit Tränengetränkten Augen sehe ich ihn an und forme lautlos ein "Ich hab dich lieb". Sam blickt mich weiter an und ich gebe die Hoffnung auf eine Antwort schon fast auf, da formen auch seine Lippen diese Worte

Das hat mich echt berührt! Als ich das gelesen habe sind mir die Tränen in die Augen gestiegen! Ich musste erst einmal kräftig schlucken.

Ich glaube, ich brauche nicht mehr sagen, dass mir dieser Teil gefällt!
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Nov 05, 2008 10:03 pm

Hey! Tut mir Leid dass noch immer kein neuer Teil von mir da ist, aber ich komm am Montag in die Berufsschule und muss noch so viel machen :S Werde aber versuchen sobald als möglich einen neuen Teil reinzusetzten! Vielleicht noch vor der BS denn da werd ich wohl kaum Zeit finden zu schreiben Sad
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Kemijoki
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mo Nov 10, 2008 8:37 pm

Der Teil ist einfach ein Wahnsinn! RESPEKT! Deine Beschreibungen sind einfach absolute klasse! Man fühlt sich direk am Geschehen beteiligt, alles wirkt so real. Die Wortwahl ist wunderschön und atemberaubend.
RESPEKT für deinen Schreibstil! Die Geschichte wird immer spannender und ich hoffe, dass alle den Unfall überleben affraid

Stress dich aber bitte nicht! Schul geht natürlich vor!!!
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BeitragThema: Re: Daydreams   Di Nov 11, 2008 10:44 pm

Hey Kemijoki! Freut mich dass dir der Teil gefällt! Ich mag meine Geschichte mittlerweile auch sehr gern, auch wenn sie am Anfang eigentlich eine Happy-Life-Geschichte hätte werden sollen. Aber so ists nun doch besser und komischerweise finde ich in der Berufsschule sogar mehr Zeit zum schreiben! Shocked Ich nutze alle zwanzig Minuten die wir Pause haben (jeweils Vor- und Nachmittag einmal) und wann der Lehrer halt zu spät kommt und so Smile

Also, hier der nächste Teil!



Kapitel 14
Mit klopfendem Herzen werde ich wach. „Wo bin ich?“, frage ich laut in die Dunkelheit hinein. Doch niemand antwortet mir. (Wer sollte auch, Schätzchen?), kommentiert eine Stimme in meinem Kopf. Meine Hände erforschen das Lager auf dem ich liege. Doch anstatt meines Nachtkästchens, welches doch eigentlich direkt neben dem Bett stehen müsste, spüre ich nur eine Metallstange. (Wo bin ich?), frage ich mich erneut und hoffe dass meine Augen sich bald an die Dunkelheit gewöhnen und ich wenigstens etwas erkennen kann.
Erst jetzt bemerke ich einen neben mir piepsenden Apparat. Was ist das? Ein kleines grünes Licht leuchtet und ich sehe Wellen über den Bildschirm huschen. Und jedes Mal wenn meine Herz schlägt piepst dieses Ding und eine weitere Linie erscheint. Aber wieso piepst es bei jedem meiner Herzschläge? Stimmt etwas nicht mit mir? Bin ich… Bin ich tot? Nein, dass kann nicht sein, schließlich schlägt mein Herz ja noch! Ich fühle es ganz deutlich! Und, würde die Maschine nicht nicht piepsen wenn ich tot wäre? Weiter starre ich in die Dunkelheit. Nun versuche ich vorsichtig meine Beine aus dem Bett zu heben, doch nichts passiert. (Was ist hier nur los?)
Langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun. Ich weiß weder wo ich bin, noch was passiert ist. Ich kann meine Beine nicht bewegen, neben bzw. auf meinem Bett sind Metallstangen und dieser piepsende Apparat treibt mich in den Wahnsinn!
Meine Hände beginnen zu zittern und meine Atmung wird schneller. Dies verleitet den Apparat dazu öfter zu piepsen. Doch das regt mich nur noch mehr auf. Meine Finger klammern sich an die Stangen und ich versuche irgendetwas Beruhigendes zu finden. Oder wenigstens an Etwas zu denken.
Nur, da ist nichts. Mein Herz schlägt noch schneller und ich meine es springt mir jeden Moment aus der Brust so pocht es.
Doch da fühle ich ein Ziehen in meiner Hand. Was ist das jetzt? Ich taste mit der anderen Hand danach und spüre einen Schlauch. Steckt der etwa in meiner Hand? Aber wirklich darüber nachdenken kann ich nicht.
Mein Kopf fühlt sich an als wäre er aus Blei und auch meine Augenlider werden immer schwerer. Ich merke dass mein Körper in die Kissen zurücksinkt und mein Herzschlag sich verlangsamt. Auch das Piepsen wird weniger. Mein Kopf sinkt zur Seite und der Körper entspannt sich. Und dann wird alles schwarz.

„Und? Wie geht es ihr heute?“
„Ganz gut.“
„Und das heißt?“
„Sie ist in den vergangenen 24 Stunden nur vier Mal aufgewacht und in Panik verfallen.“, sagt eine Stimme äußerst trocken.
„Ach nur?“, antwortet eine andere Stimme sarkastisch.
„Es ist trotzdem noch zu viel. Und die Beruhigungsinfusionen sollten auch aufhören. So viel wie in ihrem Körper schon an Beruhigungsmittel ist würde das Herz eines jeden Bullen lähmen.“, spricht die Stimme und ich vernehme ein deutliches, aber schon vertrautes Piepsen des Apparates. „Oha, sie ist wach.“, stellt die trockene Stimme fest. Ich versuche sie zu erkennen und blinzle deshalb mit den Augen. Nur schwer lassen sie sich öffnen.
„Wie fühlen Sie sich Mary?“, fragt die so sarkastisch klingende Stimme, jetzt jedoch überaus freundlich.
„Ahm.. ganz gut.. denke ich.“, antworte ich und öffne meine Augen. Das Licht ist schrecklich hell und so nehme ich die Hand vor die Augen um es etwas zu dämpfen. Vor mir stehen zwei in weiß gekleidete Männer und sehen mich an.
„Haben Sie irgendwelche Beschwerden? Kopfschmerzen? Übelkeit?“
„Also eigentlich geht’s mir gut. Denke ich..“, antworte ich und sehe mich um.
„Freut mich.“, erwidert der weißgekleidete Mann, welcher sich als Dr. Fred Mayer vorstellt. Der an der rechten Seite des Bettes stehende, ebenfalls weiß gekleidete Mann ist sein Assistent. Das erste was mir zu ihm einfällt ist, dass er mich mit seiner lässigen Art ein wenig an Keith erinnert. (Sam & Maja!), schießt es mir durch den Kopf. Und sofort nimmt der Apparat, an den ich angeschlossen zu sein scheine, meinen erhöhten Herzschlag wahr und zeigt ihn auf dem Bildschirm an.
Der Arzt und sein Assistent blicken mich sorgenvoll an. „Mary, was ist mit Ihnen? Fühlen Sie sich nicht gut?“, werde ich gefragt. Meine Hände, welche auf einem weißen Laken liegen, krallen sich hinein. „Meine Kinder.“, bringe ich im ersten Moment nur hervor und sehe den Arzt an. Ich muss wohl sehr erschrocken aussehen, denn dieser legt mir beruhigend die Hand auf den Arm. „Ihren Kindern geht es gut! Beruhigen Sie sich erstmal! Sie kommen Sie später besuchen, so wie jeden Tag.“
„Jeden Tag?“, unterbreche ich ihn und denke nach. (Wann waren meine Kinder hier? Warum weiß ich davon nichts mehr?)
Doch weiter darüber nachdenken kann ich im Moment nicht, da die Tür aufgerissen wird, sich erst ein kleiner Wuschelkopf durch die Tür schiebt und gleich darauf eine hereinstürmende Maja mich daran hindert. „Mama! Du bist wach!“, ruft sie laut und stürzt zum Bett. Ich versuche sie zu mir hochzuheben, muss den kläglichen Versuch jedoch abbrechen. Mir treten Tränen in die Augen.
Noch immer verstehe ich nicht was hier passiert. Ich habe keine Ahnung was in den letzten Stunden passiert ist. Ein unbändiges Verlangen nach Information macht sich in mir breit und am liebsten würde ich die Ärzte sofort mit meinen Fragen löchern. Doch nicht neben Maja. Denn, egal was es ist, was passiert sein mag oder auch nicht, ich möchte nicht dass Maja davon erfährt. Falls sie es nicht schon weiß.
Meine Kleine sieht den Assistent treuherzig an. „Dave, hebst du mich zu meiner Mama?“, fragt sie und er bückt sich. „Natürlich Maja.“, antwortet er und hebt sie hoch. Vorsichtig befördert er ihren kleinen Körper über das Metallgitter und setzt sie zu mir aufs Bett. Sofort nachdem sie die starken Arme nicht mehr spürt krabbelt sie näher zu mir und fällt mir in die Arme. „Mama…“, flüstert sie und umklammert mich. „Meine kleine Maus.“, begrüße ich sie und ziehe sie etwas hoch um sie besser umarmen zu können. Die beiden Studierten verlassen mit einem letzten Blick auf den Monitor das Zimmer und gönnen uns etwas Zeit zu zweit. Nun kann ich die Tränen nicht mehr halten und lautlos laufen sie über meine Wangen. „Oh Maja..“, flüstere ich und streiche ihr sanft über den Kopf. Ein Beben geht von dem Körper meiner Tochter aus und ich merke erst jetzt dass auch sie weint. Doch bei ihr ist es mehr ein Schluchzen.
Erneut geht die Tür auf, was ich aber erst bemerke als ich die sorgenvolle Stimme Keiths höre. „Maja?“, ruft er fragend in den Raum und betritt ihn schließlich. Ich hebe den Kopf und sehe wie er zum Bett sieht. Aus seiner eher geknickten Haltung aufwachend, streckt er den Rücken und ein Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Sam trottet leise hinter ihm her, sich an seiner Hand festhaltend. Auch er blickt sofort auf als er Maja weinen hört und sieht mich. Seine Augen werden groß, doch anstatt ebenfalls ans Bett zu laufen, bleibt er wie festgewachsen stehen. Hilfesuchend klammert er sich an Keith und ich kann sehen wie sehr es ihm zusetzt mich so zu sehen. Erst da fällt mir wieder ein dass ich ein ziemlich Tränenverschmiertes Gesicht haben muss! Schnell verstecke ich meinen Kopf hinter Majas und wische mir die Spuren der Verzweiflung, doch auch der Freude, weg. Keith zieht leicht an Sam’s Hand und nimmt diesen mit nach vor. „Na, wie geht es dir?“, fragt er mich sanft und zieht einen Sessel für sich ans Bett heran.
Sam fremdelt. Und er hat Angst. Doch wovor? Ich meine… ich bin seine Mutter! Das alles wird mehr als seltsam. Was ist passiert? Wie lange war ich „weg“? Ich betrachte meinen Sohn. Sam’s Haare sind länger und dunkler. Hat er sie gefärbt? Nein, so was würde er doch nie tun. „Ich mag das nicht.“, sagt er doch selbst immer. Aber er hat sich generell verändert. Er wirkt ängstlich, klammert sich förmlich an Keith. Auch seine Ausstrahlung wirkt etwas gehemmt. Einerseits wirkt er älter als 8 Jahre, andererseits wirkt er so verletzlich und unsicher als wäre er erst 4 Jahre alt.

Langsam wird mir Majas Gewicht zu schwer. Scheint es nur so oder ist sie größer geworden? Und auch ihre Haare sind dunkler geworden. Nicht mehr das süße Engelsblond sondern eher ein Haselnussbraun. Erschrocken mustere ich das in meinen Armen liegende Mädchen. Soll das wirklich meine kleine Tochter Maja sein? Sie ist wunderschön, süß, sie hört auf den Namen Maja, nennt mich Mama, doch sie wirkt als wäre sie ebenfalls älter geworden.
Hilflos blicke ich Keith an. Dieser deutet meinen Blick und sagt zu Sam „Sam, sei so lieb und geh mit Maja zum Spielplatz, ja? Ich hole euch dann ab.“ Maja wehrt sich gehen Keith’s Hände, welche sie von mir wegholen wollen. „Nein! Nein!“, ruft sie immer wieder und blickt hilfesuchend zu ihrem Bruder. Doch dieser blickt sie nur ernst an. Ergeben lässt sie mich los, blickt mich mit neuen Tränen in den Augen an.
Keith hebt sie runter, Sam nimmt ihre Hand und gemeinsam gehen meine beiden Kinder aus dem Zimmer.
Nun richte ich meinen Blick auf Keith. Ein entsetzlicher Druck bildet sich in meinem Brustkorb und Tränen treten mir in die Augen. Keith verschwimmt leicht, doch ich schlucke den Tränenstau hinunter. Meine Neugier ist größer als die Angst. Leise dringt meine Frage hervor, und der große, fast leere Raum wirkt bedrohlicher durch mein leises Sprechen.
„Wie lange war ich weg?“
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Kemijoki
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Nov 12, 2008 2:13 pm

Respekt Dieser Teil ist dir wirklich super gut gelungen! Die Sprache ist einfach einmalig, die Worte so sanft und vorsichtig gewählt. Alles passt perfekt zusammen! Wunderschön! Du schreibst mit einer Leichtigkeit, die mich einfach umhaut Herz

Ich bin wirklich gespannt, wielange Mary weg war, was wirklich passiert ist, wie es weitergehen wird. Ob sie vielleicht gelähmt ist, weil sie ihre Füße nicht spüren konnte...Etc Etc.
Bin wirklich sehr gespannt, kanns kaum noch abwarten!

Aber stress dich nicht, Schul geht eindeutig vor!
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Nov 12, 2008 3:00 pm

was soll ich dazu noch sagen?!
Kemi hat es auf den Punkt getroffen!
Mach weiter so und stress dich nicht zu sehr Very Happy
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BeitragThema: Re: Daydreams   Mi Nov 12, 2008 8:42 pm

@ Kemijoki: Du wirst mich hassen denke ich Very Happy
Freut mich dass ich dich so in den Bann gezogen zu haben scheine Smile Es macht mir auch ehrlich immer mehr Spaß zu schreiben und weiter zu schreiben und zu schreiben und nachzudenken und... Smile

@Nina: Freut mich dass meine Kapitel auch dir gefallen Smile

Na, stressen tu ich mich momentan noch nicht, wie gesagt, in den Pausen kann ich momentan noch relaxen und schreiben und auch wenn die Lehrer zu spät kommen. Und ich dachte nicht dass man in 20 Minuten ein halbes Kapitel schaffen kann, aber ich kanns Very Happy



Kapitel 15
Abwartend sehe ich ihn an. Keith schluckt. „Also…“, beginnt er, stockt jedoch wieder. Langsam sinke ich in die Kissen zurück. Ohne ein Wort zu sagen warte ich darauf, dass er endlich weiter spricht. Es dauert und dauert. Doch Keith sagt nichts. Wartet er darauf dass ich ihn nochmals bitte?

„Danke. Dass du dich um Sam und Maja gekümmert hast. Ich weiß zwar nicht wie lange ich weg war, was passiert ist oder sonst irgendetwas. Aber… danke.“, sage ich nun und Keith nickt. Ich merke dass es ihm schwer fällt mich anzusehen. „Keith? Bitte. Ich muss erfahren was passiert ist.“, bitte ich ihn nun nochmals. Sanft blicke ihn an. Ich versuche es zumindest. Und endlich beginnt er zu sprechen.

„Kannst du dich noch an irgendetwas, zB. Den Unfallhergang, erinnern?“, fragt er als erstes. Meine Augen verengen sich und ich überlege. „Hm… also ich weiß noch dass ich die Beiden angeschnallt habe bevor ich losgefahren bin. Und mich selbst ebenfalls. Ich wollte sie zu meinen Eltern bringen, damit sie wieder mal ein paar Tage mit ihnen verbringen können. Aber… dann..“, höre ich auch zu erzählen und versuche krampfhaft mich noch an irgendetwas zu erinnern. „Ich erinnere mich auch daran dass ein ziemlicher Verkehr war. Und… dass plötzlich das Auto ins Schleudern geraten ist. Sams Gesicht…“, fahre ich fort und wieder steigen mir Tränen in die Augen. Keith legt seine Hand auf meine, welche erneut das Metallgitter umklammert. „Sams Gesicht habe ich im Rückspiegel gesehen. Er… er hatte Angst. Aber er hat nicht geschrien, so wie Maja. Er saß ruhig da, sein Gesicht war kalkweiß. Als letztes hab ich ihm gesagt dass ich ihn lieb habe. Und dann… danach weiß ich nichts mehr.“
Keith hat wohl in der Zwischenzeit seine Stimme wiedergefunden, denn er nimmt den roten Faden sofort auf. „Mary, das Auto ist gegen einen Baum geschleudert. Als man mich verständigt hat und ich beim Unfallort ankam, sah es schrecklich aus. Ich hatte solche Angst um euch. Maja hat immer noch geweint und geschrien. Beruhigt hat sie sich erst in meinen Armen. Außer ein paar Prellungen am Körper hatte sie keine Verletzungen. Sam dagegen…“, sagt er und bricht dann ab. Ein ungutes Gefühlt breitet sich in mir aus.
„Sam war total verstört. Er hat weder geweint noch gesprochen. Und sein Blick war.. seltsam leer. Erst zu Hause ist er etwas aus seiner Körperstarre erwachte. Doch gesprochen hat er weiterhin nicht. Bis jetzt nicht. Der Arzt meint dass wäre Resultat eines Schocks.“
Mir gefriert das Blut. Sam hatte einen Schock und spricht deswegen nicht mehr. Und dass nur wegen diesem Unfall. Weil ich nicht aufgepasst habe. Keith scheint den Beginn meiner inneren Selbstzerfleischung zu spüren, denn er holt Luft und erzählt. „Aber… am meisten hat mich dein Anblick geschockt. Du…“, er stockt in der Beschreibung und erschaudert. Plötzlich tut es mir unendlich Leid. Ich wollte nie, dass er wegen mir so viel durchmachen muss. „Du… dein Gesicht war Blutüberströmt. Eine riesige Platzwunde am Kopf und unzählige Aufschürfungen sowie Prellungen. Und man sagte mir noch an der Unfallstelle dass es ungewiss ist ob du jemals wieder Gehen könntest.“
Jegliche Farbe weicht aus meinem Gesicht. (Nie wieder laufen? Nie wieder mit Sam und Maja spielen? Nie wieder arbeiten oder spazieren gehen?)
Einerseits sind diese Gedanken vollends unsinnig – Hauptsache ich lebe noch. Doch.. auf der anderen Seite beherbergt dieser Satz doch einiges an Schmerz. Ich würde schon noch durch den Park „gehen“ können, doch… würde ich das Gras an meinen nackten Fußsohlen spüren?
„Dein linkes Bein war eingequetscht und man hat mir gesagt dass Sehnen und Bänder beschädigt sein werden. Und dein rechtes Bein war gebrochen, da es die volle Wucht des Baumes abbekommen hat. Ob du im Rollstuhl sitzen wirst die nächste Zeit hängt von dir und deinen Beinen ab. Morgen will der Arzt einen Test machen. Der Gips und die Schienen kommen runter und du darfst aufstehen. Denn mittlerweile müsste alles verheilt sein.“, klärt er mich weiter auf. (Mittlerweile? Wie lange dauert es dass so ein Bruch verheilt ist? Und… dass sich Sehnen und Bänder wieder erholt haben? Gestern kann der Unfall also nicht passiert sein. Und ich befürchte auch nicht letzte Woche…), denke ich nach.
Doch Nachdenken erschöpft mich. Ich werde verdammt müde. (Aber ich will jetzt nicht schlafen!), widerstrebt es mir und ich sehe meinen besten Freund hilflos an. „Wie lange war ich weg?“, frage ich ihn nun wieder. Er ziert sich. Ich sehe es genau. Aber wieso? Ist in der Zwischenzeit etwas passiert? Ist so viel Zeit vergangen? Wann sagt mir endlich jemand, was hier los ist?
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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Nov 13, 2008 4:20 pm

Ich find es ja schon gemein, wenn man einen kurzen Cliffhanger hat von einem Kapitel zum anderen, aber du ziehst diese schreckliche Zeit noch länger hin Very Happy Twisted Evil

Gefällt mir gut der Teil. Ich freu mich auf die Fortsetzung cheers
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BeitragThema: Re: Daydreams   Do Nov 13, 2008 8:54 pm

@Nina: Hihi ich weiß ich bin fies Very Happy Bitteschön, voller Stolz präsentier ich das 3 Kapi dass ich während der Berufsschule geschrieben hab Very Happy



Kapitel 16

„Pressen!“, ruft die Hebamme und sieht mich eindringlich an. „Ich kann nicht mehr!“, antworte ich wütend und atemlos.
„So Mary einmal noch pressen! Dann hast du es geschafft!“, ermahnt sie mich. „Na gut.“, lenke ich ein, beiße die Zähne zusammen und presse. „Ich sehe den Kopf! Mary dein Baby ist fast da! So und jetzt erstmal durchatmen. Hecheln!“ Wie ein Roboter mache ich das was die Hebamme sagt, in der Hoffnung es wäre endlich zu Ende. Die nächste Wehe bahnt sich an, ich werde aufgefordert zu Pressen und nutze den letzten Rest der Energie um das Baby aus meinem Körper zu befördern.
„Herzlichen Glückwunsch! Dein Baby ist ein süßer, kleiner Junge! Der Vater wird sich über so einen niedlichen Sohn sicher freuen!“, gratuliert mir die Hebamme. Mein Kopf sinkt zur Seite und alles wird schwarz.

„Was zum T…?“, entfährt es mir. Schnell lege ich die Hand über die Augen. Grell blendet mich das Licht. „Hallo Mami!“, begrüßt mich meine kleine herumspringende Tochter. „Maja?“, frage ich und sie springt weiterhin auf und ab. „Los Mami komm schon!“
„Wieso? Was ist los?“
„Unser großer Tag! Heute dürfen wir Sam beobachten! Komm! Hast du die Fernrohrmünzen noch?“, fragt sie und rennt aufgeregt herum. „Ganz ruhig Maus. Sag mir erst wo genau wir sind!“, versuche ich sie zu beruhigen und gleichzeitig meine innere Ruhe abzulegen. Plötzlich sieht Maja mich total komisch an. Misstrauisch, ängstlich und so als würde sie mich nicht kennen. „Mami, wir sind doch im Himmel! Hast du das vergessen?“, fragt sie mit vorwurfsvollem Ton. „Scheint so…“, sage ich und blicke sie an. „Mami, jetzt komm schon! Seit dem Unfall haben wir Sam nicht mehr gesehen! Hast du ihn denn nicht vermisst?“
(Vermisst… vermisst..), halt es leise durch meinen Kopf. Als würde jemand wegzoomen werden Maja und ich immer kleiner. Erst jetzt sehe ich dass wir auf so etwas wie einer Wolke stehen. Dort stehen ist es mir nicht aufgefallen, aber jetzt aus der Vogelperspektive erkenne ich es genau. Und dann wird wieder alles schwarz.

„Sieh dir doch diesen kleinen Prachtkerl an!“, höre ich eine Stimme. Ich öffne die Augen und blicke mich um. Neben dem Bett steht Dakota, meine Schwester. „Mary! Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sohn! Wie geht es dir?“ „Ganz gut.“, antworte ich noch ganz kaputt. „Er sieht top fit aus! Man merkt ihm gar nicht an dass er erst gestern geboren wurde.“, bemerkt sie und plappert auch gleich weiter. „Willst du mir nicht endlich sagen wer der Vater ist?“, fragt sie mich zum x-ten mal. „Nein.“, sage ich fest und sehe weg. Mit den Händen stütze ich mich ab und setzte mich auf. „Wieso nicht? Warum machst du daraus so ein Geheimnis?“ „Mein Baby hat keinen Vater und punkt.“, bleibe ich starrköpfig. Dakota gibt Gott sei Dank auf. Sie weiß dass sie gegen meinen Sturkopf nicht ankommt. „Ach ja, die Schwester war vorhin da. Du sollst, sobald du wach bist, zur Aufnahme kommen und die Geburtsurkunde deines Babys ausfüllen.“, richtet sie mir aus. „Danke. Da er gerade sowieso schläft gehe ich jetzt. Pass gut auf ihn auf ja?“, bitte ich sie, stehe auf und verlasse das Zimmer. Auf dem Gang kommen mir einige Schwangere entgegen und wir lächeln uns freundlich zu. An der Aufnahme begrüßt mich die Hebamme, welche bei der Geburt meines Babys dabei war. „Na, wieder wach?“, fragt sie und grinst. „Jape.“
Und schon legt sie mir einen Zettel vor den ich ausfüllen soll. „Und wie nennst du dein Baby?“, fragt sie und ich lächle sie an. „Samuel.“, spreche ich den Namen ruhig aus und schreibe ihn auch gleich in das dafür vorgesehene Feld. „Und der Vater? Was sagt er zu seinem Sohn?“, fragt sie neugierig. „Sam hat keinen Vater.“
Und mit deutlicher Schrift schreibe ich „Vater: Unbekannt“


Mit klopfendem Herzen werde ich wach. (Bin ich eingeschlafen?) Ich sehe mich um. In der Wohnung wirkt es leer. An der Wand gegenüber hängen Bilder. Bilder meiner Eltern, Bilder von Maja und welche von Sam. Ein Bild von Keith. Ich stehe auf und gehe zum Schrank. Im unteren Fach versteckt liegt ein Fotoalbum. Damit begebe ich mich wieder zur Couch und blättere darin. Fotos aus meiner Kindheit, meiner Jugend und schließlich ein Bild von ihm.
Mit dem Daumen streiche ich zärtlich darüber. Ob es wirklich so gut war ihm nichts von unserem Baby zu erzählen? Aber warum beschäftigt mich das so? Der Traum…
Was hat er wohl zu bedeuten? Ob es nun Zeit ist die Beiden einander vorzustellen? Hm… ob ich ihn anrufen sollte? Das Handy liegt auf dem Couchtisch. Ich strecke mich und greife danach. Meine Finger schließen sich darum und ich durchsuche das Telefonbuch.
Während es wählt holte ich es ans Ohr. „Hier ist Chris. Ich bin leider gerade nicht erreichbar. Bitte sprechen Sie nach dem Piepston. Ich rufe Sie später zurück. BIEP.“

Fortsetzung folgt…
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BeitragThema: Re: Daydreams   Fr Nov 14, 2008 5:31 pm

Eine unerwartete "Wendung".
Also kann Mary nach dem Unfall doch noch laufen! Bin ich ja beruhigt ;-) (oder gehörte das auch noch zu der Rückblende? Nein, oder?)

Ich kann mir bisher nur noch keinen Reim auf den Teil mit Maja und Mary im Himmel machen. Ich hoffe, dass klärt sich noch auf ;-)

Ich hab irgendwie die Vermutung du willst uns gar nicht sagen, wie lange Mary im Koma lag Suspect Very Happy ;-)

lg Nina Smile
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BeitragThema: Re: Daydreams   Di Nov 18, 2008 2:15 pm

Wirklich eine sehr unerwartete Wendung Suspect Bin ja gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Ob die Auflösung, wie lange Mary im Koma lag, noch kommt. Ob sie wirklich gehen kann, warum Mary und Maja im Himmel sind, etc. etc. Wirft ganz viele Fragen auf! Sowas liebe ich Wink

WEITER WEITER WEITER! Daumen Hoch
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BeitragThema: Re: Daydreams   Fr Nov 21, 2008 6:44 pm

Hey ihr!

Ich hab leider eine ganz schlechte Nachricht Sad

Mir ist vorigen Freitag mein Laptop geklaut worden und darum kann ich unter der Woche wo ich in der Berufsschule bin gar nicht mehr ins Netz. Ja an den Schulpc's kurz und da muss ich schon eine halbe Stunde warten bis die Dinger Firefox überhaupt starten *roling eyes*

Ich kann zwar weiterschreiben (momentan auch sehr schwer da ich wirklich viel zu tun hab mit der Schule) aber ich kanns nicht online stellen. Drum muss ich meinen Roman leider bis vorraussichtlich nächstes Jahr Jänner (sch... so lange Sad) auf Offline stellen...

Lg
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BeitragThema: Re: Daydreams   Fr Nov 21, 2008 7:51 pm

Sad Oh Mann, das ist schlimm, dass dir dein Laptop geklaut wurde! Tut mir echt Leid!

Stress dich nicht, wegen deiner Geschichte. Es ist zwar total schade, weil ich deine Geschichte wirklich liebe, aber wenns nicht geht, gehts nicht! Leider. Aber nicht stressen deswegen. Schule geht eindeutig vor! Alles Gute für die ganzen Klausuren und so Knuddeln
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BeitragThema: Re: Daydreams   Fr Nov 21, 2008 10:08 pm

Vielen lieben Dank! Smile

Ach, notfalls bring ich meinen Roman zwischendurch mal raus und schreib dir dann eine Pn das ich deine Adresse bräuchte und schick dir ein eigenhändig signiertes Exemplar Very Happy Very Happy

(Neeein ich bin grad gaar nicht von mir selbst überzeugt Wink)

Und nochmals Danke Kemijoki! Knuddeln
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BeitragThema: Re: Daydreams   Sa Nov 22, 2008 10:58 am

Evil or Very Mad Dein Laptop wurde geklaut?!!! Ich finds eine Frechheit!! Evil or Very Mad
Tut mir echt leid, dass dir das passiert ist!

Mach dir keinen Stress deswegen! Schule geht wirklich 100%ig vor und außerdem hat man dann was vorauf man sich im neuen Jahr freut Very Happy
Also ich kann den Januar kaum abwarten und ich hoffe, dass bei dir alles gut läuft mit den Klausuren!

lg Herz
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BeitragThema: Re: Daydreams   Sa Dez 27, 2008 11:37 pm

I proudly present - den nächsten Teil Very Happy

Habs nicht ausgehalten meine Geschichte bis Ende Jänner zu gefrieren und in der Schule fleißig weitergeschrieben. Wobei ich sagen muss dass ich noch nie so lange an einem Kapitel geschrieben...
HINWEIS: Dies ist an manchen Stellen ein Ü18-Teil! Lesen können ihn natürlich trotzdem alle, ich möchte nur darauf hinweisen. Smile



Kapitel 17
„Hey. Nur so zur Info, ich singe nicht mehr im Chor. Seit ganzen 5 Jahren nicht mehr.“, sage ich und stoppe dann. (Na klasse! Sonst fällt dir wohl nichts ein, oder?), streite ich mit mir selbst. (Sag was! Er sieht doch sowieso dass du angerufen hast! SAG WAS!)
Zögernd erhebt sich meine Stimme wieder. „Ach ja, ich bin’s. Also… naja, schönen Tag noch.“, rede ich auf die Mobilbox und lege auf.
Meine Gedanken rasen. Machen einen Wettlauf mit meinem Herzen. Denn dieses rast seit ich seine Stimme auf dem Band gehört habe.
Ich schließe meine Augen und atme tief ein und aus. „Hooo…“, pfeift der Atem durch meine leicht geöffneten Lippen.
Ein warmer Sonnenstrahl erhellt mein Gesicht. Sanft streichen Chris’ Finger über meine Wange. „Ich habe dich vermisst.“, flüstert er nah an meinem Ohr. „Ich dich auch.“, antworte ich ebenso leise und schmiege mich an ihn. „Es tut mir unsäglich Leid dass ich die letzten Treffen nicht einhalten konnte! Aber ich musste noch jede Menge erledigen. Du weißt schon, für die Abreise und so.“, erklärt er und lächelt mich an. „Ich weiß schon. Wir haben beide unsere Gründe warum und wieso.“, sage ich versöhnlich. Chris streicht mir kurz über den Kopf. „Und du willst wirklich nicht mitkommen?“, fragt er sicher schon zum Dritten Mal in den letzten paar Stunden. „Ich dachte ich hätte es dir jetzt schon oft genug erklärt?“ Verärgert sehe ich ihn an. „Dieser Job ist wichtig für mich. Und da wir sowieso in Kontakt bleiben, du oder ich den anderen jeden Tag anrufen werden, sehe ich kein Problem! Wir sehen uns schon wieder!“, sage ich und meine Stimme schwillt über vor Optimismus.

(Hätte ich damals schon gewusst was ich heute weiß…), denke ich und decke mich mit einer kuscheligen Decke zu. Ein tiefer Seufzer entfährt mir und erneut schließe ich die Augen.

“Los, lass uns auf unser beider Abenteuer anstoßen“, prostet er mir mit seiner Proseccoflasche zu. Ich stoße mit meiner dagegen. „Auf dich. Auf deine Zukunft und eine Menge Kohle.“, sage ich und spüre wie meine Zunge schwerer wird. Ich setzte die Flasche an die Lippen und nehme einen großen Schluck. Die Welt, welche ohnehin schon um einiges dunkler geworden ist, beginnt sich etwas zu drehen und ich kichere. „Langsam sollten wir aufhören suu trinken.“, lalle ich und grinse ihn an. „Von uns Beiden kann sowieso keiner mehr fahren!“, pflichtet Chris mir bei und lächelt mich an. „Wirst du mir die Ehre erweisen und dir ein Simmer mit mir teilen?“, fragt er und wankt in Richtung Bar Ausgang. „Schtopp!“, rufe ich ihm hinterher und will ebenfalls vom Hocker steigen. Doch ich verfehle mit meinem Fuß die Leiste und steige ruckartig durch bis zum Boden. Dies wirft mich vollends aus dem Gleichgewicht und ich kippe vornüber. Mein Kopf knallt an die Theke. „Au.“, sage ich und halte mich fest. Als ich meinen Blick hebe und sich meine Sicht wieder etwas klärt bemerke ich den sorgenvollen Blick des Barkeepers. „Mir geht’s guuut!“, erkläre ich ihm, schnappe meine Tasche und krame meine Geldbörse heraus. „Wie viel kriegste noch von mir?“, frage ich ihn lallend. (Langsam sollte ich das Reden generell sein lassen, sonst denkt noch jemand ich wäre betrunken.)
Der Barkeeper winkt ab. „Die Rechnung hat schon der Herr, welcher mit Ihnen hier war, beglichen.“ „Riss?“, hake ich nach und stecke meine Sachen zurück in die Tasche. „Gut. Dann auf Wiederssehen.“
Langsam stöckle ich zum Ausgang. „Wo wars du solange?“, fragt Chris. „Der Barkeeper wollte mich nich gehen lassen.“, erkläre ich und trete durch die Tür, welche er mir freundlicherweise aufhält.
Draußen angekommen friert mich. Denn ich Vergleich zur Temperatur von vor ein paar Stunden hat es ganz schön abgekühlt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite blinkt ein Schild. „Motel Palermo.“, leuchtet in großen, bunten Lettern an der Frontseite. Chris nickt und deutet darauf. „Na?“, fragt er und lächelt. Ich nicke ebenfalls und gemeinsam wanken wir über die Straße. Hier, mitten auf der offenen Landstraße fühle ich mich richtig wohl. Frei, ohne jegliche Begrenzung. Niemand der mir etwas vorschreiben kann. Und wieder jagt mir eine Gänsehaut über den Körper. Ein wohliges Gefühl lässt meine Armhaare aufstehen. Und mit diesem Gefühl in der Magengegend folge ich Chris ins Motel.


Ein Grinsen hat sich in meinem Gesicht ausgebreitet. Irgendwie muss ich immer wieder grinsen wenn ich daran denke was dann passiert ist. Doch irgendwie macht es mich auch traurig. Denn… es hat so einiges durcheinander gewirbelt. Obwohl ich heute auch froh bin dass es passiert ist, denn sonst hätte ich so einiges in meinem Leben versäumt.

Ich folge Chris ins Zimmer und sehe ihn an. Er ist bis in die Mitte des Raumes gegangen, doch kommt er jetzt auf mich zu. Ein Blitzen in seinen Augen erregt meine Aufmerksamkeit. Wieder stehen meine Armhaare zu Berge. Und dass noch bevor er mich überhaupt berührt hat. Langsam streckt er seine Hand aus und berührt mich an der Wange. Ich lege mein Gesicht in seine Handfläche, lasse dabei seinen Blick jedoch nicht aus den Augen.
Mit einem Satz stehe ich vor ihm, ziehe ihn an mich und lege meine Lippen auf die Seinen. Erregung durchflutet mich, als meine Taille von zwei starken Händen umfasst wird. Aus dem Radio ertönt Musik. „You can leave your hat on.“
Von der Musik geleitet, bewege ich meinen Körper in rhythmischen Bewegungen. Chris blickt mir in die Augen und Leidenschaft spiegelt sich darin. Auch Verlangen.
(Was machst du hier eigentlich?), frage ich mich, doch schon legt er seine Lippen auf meine. Meine Hände krallen sich in sein Shirt, meine Lippen öffnen sich und seine Zunge dringt in meinen Mund. Sie umkreist meine und entfacht endgültig das Feuer der Leidenschaft. Eng drücke ich mich an ihn und gemeinsam wanken wir Richtung Wand. Chris dräng sein Bein zwischen meine und ich spüre durch einen Schauer die Wand in meinem Rücken. Beide atmen wir nur noch stoßweise. Ich lege meinen Kopf in den Nacken und er küsst meinen Hals hinab. Dann schiebt er mein Shirt hoch und ich spüre seine kalten Finger meinen Rücken hinauf tasten. Er findet den Verschluss des BHs und öffnet ihn. Das Shirt schiebt er weiter hoch, über meine Brust. Sobald er sich dieser in ihrer vollen Pracht gegenübersieht nimmt er sie für sich ein. Stöhnend lehne ich den Kopf an die Wand und fahre mit meinen Fingern durch seine Haare. Jegliches Zeitgefühl verschwindet und das einzige das zählt ist der Augenblick. Wir beide wollen es, und das zeigen wir uns auch. Chris hebt meine Arme über den Kopf, überkreuzt sie und weist mich an sie so zu halten. Währenddessen liebkost er weiter meine Brüste, umkreist sie mit seiner Zunge, beißt leicht hinein.
Eine wohlige Wärme breitet sich in mir aus, von meinem Schoß ausgehend. „Stopp.“, flüstere ich und ein weiteres Stöhnen entkommt meinem Mund.
Chris hört auf und sieht mich an. Doch er sagt nichts. Plötzlich blitzt der Schalk in seinen Augen auf und er greift mir provokant in den Schritt.


Ich grinse. (Es ist keine gute Idee mit seinem besten Freund zu schlafen.), denke ich und zupfe weiterhin grinsend an der Decke herum. (Der beste Freund kennt einen zu gut und weiß genau wie er es schafft das jeglicher Widerstand versagt… also hat man nicht mal den Funken einer Chance das Unausweichliche zu verhindern.)

„Chris…“, stöhne ich erneut seinen Namen und fühle wie mein Körper sich ergibt. Meine Hände sinken herunter, heben sich jedoch gleich wieder und zerren sein Shirt hoch. Er hebt seine Arme und ich ziehe ihm das Shirt aus. Mein Mund bedeckt seinen Oberkörper mit Küssen und ich wandere immer weiter nach unten. Doch Chris zieht mich zurück zu sich hoch und schiebt mir das Shirt über den Kopf. Seine Lippen finden die Meinen und verschließen sie mit einem leidenschaftlichen Kuss. Während unsere Zungen sich fast umeinander verknoten öffnet er die Knöpfe meiner Jeans. In einer Atempause küsst er wieder meinen Hals und zerrt an der Hose herum. Meine Hände eilen ihm zu Hilfe und schieben das Stück Stoff an meinen Beinen hinunter. Ich strample einmal kurz mit jedem Bein und schon liegt die Jeans am Boden. Chris hält in der Bewegung inne und mustert mich. Bewundernd liegt sein Blick auf meinen wohlgeformten Hüften und meinem für mich genau richtigen Brustumfang.
„Ich habe viel erwartet…“, sagt er und ein Knurren liegt in seiner Stimme. „Du siehst…wow. Ich meine… ich habe mir noch nie so richtig Gedanken darüber gemacht wie du nackt aussehen könntest, aber dass… übertrifft jegliche Vorstellung meiner Fantasie.“
Von seinen Worten ein Grinsen ins Gesicht gezaubert sehe ich ihn an. Meine Arme legen sich um seinen Hals und ich ziehe ihn ruckartig an mich. „Ach halt doch den Mund.“, raune ich, bevor ich ihm den Mund mit einem Kuss verschließe. Meine Hände wandern von seinem Hals über seinen Rücken, hinab zu seinem Hintern. Sie streichen sanft darüber, nur um ihn kurz darauf neckisch in die Backen zu kneifen.
Reflexartig drückt er sein Becken an meines und zum ersten Mal fühle ich durch den Stoff seiner Jeans, seine Männlichkeit. Aufstrebend reckt sie sich mir entgegen. Kurz hält er seinen Atem an, nur um gleich darauf aufzustöhnen und schneller zu atmen, da er meine Hand im Bereich seiner Lenden fühlt. Geübt öffnet ich den Gürtel und die Knöpfe und hake meinen Zeigefinger unter den Bund der Jeans. Ich will sie gerade hinunter ziehen, als mich zwei Hände packen und zum Bett schieben. Irritiert blicke ich auf und sehe pures Verlangen nach meinem Körper in seinen Augen aufleuchten. Während er mich weiter auf das Bett zudrängt zieht er sich Jeans und Shorts aus. Ich übersehe jedoch die Bettkante und falle darauf. Chris nutzt meine kurze Verwirrtheit und entledigt mich meiner restlichen Unterwäsche.
Rückwärts krabbelnd, und somit die Decke verwüstend, entferne ich mich von ihm. Doch da packt eine Hand meine Fußfessel und hält mich fest.
„Wo willst du hin?“, fragt Chris und grinst mich an. Er lockert seinen Griff, springt auf das Bett und kriecht auf mich zu. Doch anstatt Angst zu verspüren macht sich ein anderes Gefühl in mir breit. Also bleibe ich ruhig und mache es mir gemütlich. Mit dem Rücken berühre ich das Laken und blicke erwartungsvoll an die Decke. Gelb ist sie und hat ein schönes Muster. Eine Wärme geht von meinem Schoß aus, fließt durch meinen Körper und bringt mein Blut in Wallung. Immer noch beobachte ich die Decke. Doch Chris’ Kopf taucht nicht auf. Stattdessen jagt eine neue Welle durch meinen Körper und lässt mich zusammenzucken. Ich hebe meinen Kopf und blicke an mir hinunter. Doch bevor ich wirklich etwas wahrnehme steigt eine erneute Welle in mir hoch. Laut ziehe ich die Luft zwischen den Zähnen ein und kralle die Finger ins Laken. Ein Stöhnen bricht aus meinem Mund und ein unkontrollierbares Zucken lässt meinen Körper sich hin und her werfen.
Keuchend atme ich aus, werfe mich immer noch hin und her, kann mich nicht mehr ruhig halten. Es fühl sich an als würde eine noch größere Welle, als alle anderen zusammen in mir ansteigen, sich aufbäumen und stehen bleiben.
So schnell kann ich es gar nicht realisieren, liegt Chris plötzlich über mir und drängt meine Schenkel auseinander. Gerade will ich ihn stoppen, will das Gefühl fliegen zu können nicht verlieren. Doch das Verlangen in seinen Augen stoppt jegliche Wörter in meinem Kopf.
Und schon ist er in mir und bewegt sich. Unsere Körper kennen sich nun, genießen einander und kosten die Situation aus. Die Welle, welche sich angestaut hat bricht langsam über mich herein und ich bekomme nur am Rande mit dass Chris aufstöhnen über mir zusammensinkt.
Mein Blick haftet die ganze Zeit an der Decke und als es vorbei ist und er sich von mir heruntergerollt hat, lege ich mich auf die Seite und schlafe ein.


Langsam öffne ich meine Augen. Ein Schleier lässt meine Sicht verschwimmen und eine einzelne Träne löst sich. Leise und ohne jegliche Eile bahnt sie sich ihren Weg die Wange entlang, durch das Grübchen bei der Nase, über die Oberlippe. Und genauso leise wie sie erschienen ist, verschwindet sie auch wieder.
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BeitragThema: Re: Daydreams   So Dez 28, 2008 6:43 pm

zuerst einmal, vielen lieben Dank für diese tolle Fortsetzung Knuddeln

Du hast so wunderschöne Beschreibungen! Ein Wahnsinn *g* Daumen Hoch Irgendwie konnte ich Mary's Gefühle in mir selbst spüren. Wahnsinnig, dass beim Lesen solche Reaktionen ausgelöst werden können!

Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Teil!
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BeitragThema: Re: Daydreams   So Dez 28, 2008 9:27 pm

Hey :-)

ich bin froh, dass du es nicht mehr bis Ende Januar aushalten konntest ;-)

Echt tolle Fortsetzung! :-)

lg :-)
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BeitragThema: Re: Daydreams   Di Dez 30, 2008 12:40 am

Hey,

also irgendwie bin ich grade voll verwirrt Shocked scratch Bei Kapitel 14/15 ist Mary noch im Krankenhaus und will wissen, wie lange sie im Koma lag. Beim nächsten Kapitel hingegen hat sie einen komischen Traum und will danach Keith anrufen und jetzt schläft sie mit ihrem besten Freund??? Hä? scratch Den Zusammenhang musst du mir mal erklären Razz

Aber nun zu deinem Schreibstil: Es ist echt genial, wie du da hinbekommst so gefühlvoll zu schreiben, dass bei mir das berühmte Kopfkino einsetzt. Einfach nur toll Daumen Hoch

Wegen deinem neuen Laptop hab ich mich ja schon mit dir gefreut, gell Knuddeln
So und jetzt setz ich mich an die Bilder für unser Battle!

Karin Küsschen
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